Stylerebelles - Drei Bloggerinnen aus drei Dekaden

Ruhestand? Champagner, bitte!

Look der Woche: Die Himbeer-Macaron BluseDas Wort „Ruhestand“ ruft bei vielen Menschen zwiespältige Gefühle hervor. Man freut sich darauf, hat aber gleichzeitig Angst davor, weil man nicht weiß, wie man die freie Zeit sinnvoll nutzen soll Hier ein ABC der Dinge, mit denen das Leben im Ruhestand zum Fest wird.

Arbeitszimmer umwidmen. Wir brauchen es nicht mehr und können es umwidmen. Es gibt viele Möglichkeiten: Werkstatt (möchten Sie Hüte machen, Fotos entwickeln oder Goldschmieden?) Bibliothek, Studio (Yoga, malen, tanzen), Gartenzimmer (Kakteen züchten macht angeblich wahnsinnig gute Laune), Salon (für den Lesezirkel, die Bridge-Runde).

Badewanne: Für mich das Symbol für alles, was der Ruhestand an Positivem mit sich bringt. Es geht um bewusst eingelegte Pausen, Stressabbau und Konzentration auf das Wesentliche.

Champagner, bitte! Die Generation 65plus chattet im Internet auf der Suche nach dem Gleichgesinnten, mit dem sie getrennt leben, aber gemeinsam erleben will. Oper, Kunst, Bach. Und Bett, denn schließlich ist man mit 70 durchaus noch bereit für eine Beziehung mit Lust und Leidenschaft, einem Glas Champagner bei Kerzenlicht, guten Gesprächen.

Einfach sein. So sein, wie man ist. Sich nicht mehr verbiegen, nicht mehr performen, keine Erwartungen mehr erfüllen müssen. Weder Rollenerwartungen noch moralische und sexuelle Vorstellungen noch Schönheitsideale.

Freundschaften first! Endlich haben wir Zeit, sie zu pflegen.

Groß denken! Sich Träume erfüllen. Drei Monate durch Paris spazieren und nicht nur drei Tage. Klingt teuer, muss es aber nicht sein. (Wohnungstausch)

Hetzen – nie wieder!

Kreativität: Was man alles machen kann! Bücher binden, Käse herstellen, Sonnenauf- und -untergänge fotografieren, Geschirr töpfern, aufschreiben, was wir unseren Kindern/Enkeln/Freunden übers Leben erzählen wollen.

Lesen: Es steckt so viel Liebe und leuchtende Energie in guten Büchern. Aber auch Zeitung kann so schön sein. Es ist verrückt, wie gerne ich Zeitungen lesen. Täglich 4, zwei in Printversion, zwei online.

Miyake, Issey: Bei guter, bequemer, hochwertiger und eleganter Kleidung für ältere Frauen denke ich immer an den japanischen Designer. Falls Sie Ihr Bekleidungskonzept im Ruhestand ändern und Blazer und Hosenanzüge aus dem Kleiderschrank verbannen möchten, könnten Sie die alten Teile online verkaufen und das Geld in ein oder zwei Teile von Issey Miyake investieren. Einfach nur ein Vorschlag.

Neues: Endlich tun, was Sie schon immer tun wollten: Grüne Dame im Krankenhaus sein, Lesepatin für Grundschüler, Kröten über die Straße helfen, Telefonseelsorge – vielleicht haben Sie Lust, der Gesellschaft etwas zurückzugeben und ein Ehrenamt zu übernehmen? Oder vielleicht möchten Sie etwas Neues lernen oder sehen?

Party for one: Mit allem Schnipp und Schnapp. Zur Belohnung, dass Sie so lange engagiert gearbeitet und viel geleistet haben.

Ordnung schaffen: Endlich mal die Schränke, die Wohnung, den Keller, das Auto gründlich ausmisten und aufräumen.

Reisen: Fernreisen, warum nicht in den Himalaya oder wenigstens ins Wellness-Hotel in die Berge? Noch kann man die Berge hinaufwandern, aber hinunterrasen durch zischenden Pulverschnee nicht mehr. Langlauf ist gesünder. „Nicht mehr“ und „noch“ bestimmen die Reisen im Alter. Das muss kein Nachteil sein. Wir haben alles genossen, zu unserer Zeit. Wir können es jetzt genießen, Nein zu sagen, wenn uns etwas nicht gefällt am turbulenten Geschehen da draußen. Wichtig ist nur, neugierig zu bleiben. Eine Rundreise um die Südhalbkugel wird man vielleicht nicht mehr machen. Aber um einen herum ist auch noch manches zu sehen.

Saison: Kümmert uns nicht mehr. Wir sind nicht mehr auf Ferienzeiten angewiesen und reisen, wann wir möchten.

Tiny Home: 30% der Bewohner sind zwischen 51 und 70. Mit dem mobilen Heim können Sie unterwegs sein und jeden Komfort eines Zuhauses genießen.

Unbekannt: Den Zauber des Unbekannten zulassen, etwas wagen, einfach machen.

Vierbeiner, vielleicht? Kleiner Scherz. Meins wäre es nicht. Nicht schon wieder Verantwortung und Verpflichtung.

Wer bin ich denn jetzt eigentlich noch? Diese Frage stellen sich viele Menschen, nachdem Sie aus dem Beruf ausgeschieden sind und dadurch an Bedeutung verloren haben. Mich hat die Frage fast ein Jahr lang beschäftigt, ich könnte auch sagen: gequält. Dann hatte ich mich an ihr abgearbeitet und sie ist nie wieder aufgetaucht.

Yoga: Weil es nur 21 Tage dauert, bis wir mit Hilfe von Yogaübungen unsere Verhaltensmuster geändert haben. Das könnte bedeutsam sein, um zur Ruhe zu kommen.

Zeit: Fremdbestimmung adé. Wir sind für alle Zeiten frei, mit unserer Zeit das zu machen, was wir möchten. Und wenn wir müde sind und den ganzen Tag auf der Couch liegen und GAR NICHTS machen möchten, ist das auch in Ordnung. Wir haben schließlich unsere Lebensleistung erbracht. Obwohl: Ich hoffe, dass Sie eine Idee haben, die mehr Spaß macht (siehe A, C, F, G, K, N).

Ich freue mich immer sehr über Ihre Leserbriefe. Schreiben Sie mir gerne, welche Buchstaben aus dem Alphabet Sie mit dem Ruhestand verbinden. Oder helfen Sie mir aus der Patsche mit J und O. Dazu ist mir leider nichts eingefallen. Ich bin total gespannt auf Ihre Ideen.

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2 Kommentare

  1. 14/01/2021 / 07:34

    Nach einer langen Familienzeit mit fünf Kindern heute zwischen 39 und 17 Jahren gönne ich mir heute schon Zeit und arbeite nur ein paar Stunden im Büro. Dazu vermiete ich mein Haus über AirBnB und model für verschiedene Agenturen.
    Nicht nur dass mir das Modeln am meisten Spaß macht, ich bestreite damit auch hauptsächlich meinen Lebensunterhalt.
    Ich bin dankbar für diese Fülle und die Zeit, die ich inzwischen nach meinen Vorlieben gestalten kann, in meinem Leben.
    Auch dieses Zimmer für mich, für Yoga, fürs Nähen und für meine ecastings, aber auch um mich zurückzuziehen oder zu telefonieren, ist ein echtes Geschenk.
    Ich sehe im Ruhestand nur Gewinn und Freude. Daher freue ich mich mit jedem mit, der diese Freiheit hat .

  2. Ursel
    Autor
    14/01/2021 / 09:53

    Liebe Annett,
    vielen Dank, dass Du Deine Geschichte mit uns teilst. Ich kann nur sagen: Respekt, vor dem was Du geleistet hast und immer noch leistest. Alles Liebe und Gute für Dich.

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