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Trotz schwieriger Kindheit glücklich werden: Niki de Saint Phalle

Niki de Saint PhalleNiki de Saint Phalle (1933-2002) gehört mit ihren voluminösen, bunten Frauenfiguren, den Nanas, zu den populärsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Trotz schwieriger Kindheit wurde aus ihr eine glückliche Frau.

  1. Catherine Marie-Agnès Fal de Saint Phalle ist die Tochter einer wohlhabenden amerikanischen Erbin und eines adligen französischen Bankiers. Die Franko-Amerikanerin kommt in Paris zur Welt und wächst bei Verwandten auf den Schlössern ihrer väterlichen Familie auf. Erst als sie 3 Jahre alt ist, holen ihre Eltern sie zu sich auf die Upper East Side nach New York. Ihre Kindheit ist geprägt vom Trauma des sexuellen Missbrauchs durch ihren Vater. Im Alter bricht sie ihr Schweigen darüber in ihrem Buch „Mon secret“.
  2. Auch zu ihrer Mutter hat sie ein schwieriges Verhältnis. „Sie war eine Drachenmutter. Sie war verschlingend. Ich bewunderte sie sehr, sie war sehr schön. Aber man will keine starke Mutter, die ihre Zeit damit verbringt, die Bettwäsche zu zählen.“
  3. Sie rebelliert als Kind gegen ihre strenge Erziehung in Klosterschulen und gegen die eingefahrenen Rollenmuster der Fünfzigerjahre. Mit 17 flieht sie mit einem jungen Künstler von zu Hause, heiratet ein Jahr später und zieht 1950 mit Mann und Kind nach Frankreich.
  4. Sie startet eine Karriere als Fotomodell, erscheint auf den Titelbildern von Life und Vogue. Doch wegen ihrer traumatischen Kindheit und ihrer unglücklichen Ehe erleidet sie eine schwere Depression. Sie kommt in eine psychiatrische Klinik und wird mit Elektroschocks behandelt. In dieser düsteren Phase ihres Lebens entdeckt sie die Malerei als Ausweg aus ihrem Dilemma.
  5. 1950 trifft sie den Bildhauer Jean Tinguely. Ein Mann aus einer anderen Welt. „Ich glaube, ich habe mich an dem Abend in Jean verliebt, als er mich zum Essen eingeladen und seine Zigarette im Butterfass ausgemacht hat. Aus dem Milieu, aus dem ich kam, konnte ich nicht anders als fasziniert zu sein von der gänzlichen Abwesenheit sozialer Tabus.“ Zwei Tage später zieht sie zu ihm.
  6. Eine ungewöhnliche Kunstaktion macht sie über Nacht in der Pariser Kunstszene bekannt. Das ehemalige Model tritt in einem weißen Hosenanzug und in High Heels an einen Gewehrschrank, legt Gewehr nach Gewehr an und zielt ungerührt auf mit verschiedenen Farben gefüllte Beutel.
  7. In der Welt der Kunst ist Niki de Saint Phalle schon bald unübersehbar. Sie drückt ihre Stimmungen gerne mit Kleidung aus. Bei ihr gibt es immer Beides: Elegante Bourgeoisie und schwelgerische Bohème. Und ganz viel Humor, der ihren Looks Originalität verleiht.
  8. Eines Nachts hat sie einen Traum. Sie sieht eine Frau, groß, korpulent, fröhlich, bunt, doch ohne Gesicht. „.Sie ist befreit von all dem Blödsinn. Ehe, Sentimentalität, Masochismus. Sie ist einfach sie selbst. Sie ist nicht unterdrückt. Sie braucht absolut keinen Mann. Sie kommt ganz allein zurecht. Sie ist unabhängig. Sie ist fröhlich.“ In diesem Moment sind die Nanas geboren. Die die Befreiung der Frauen feiernden Skulpturen treffen den Zeitgeist, sie sind populär und haben großen internationalen Erfolg.
  9. 1966 installiert sie im Moderna Museet in Stockholm eine riesige begehbare Nana, so groß wie ein Gebäude. Museumsbesucher betreten sie durch ihre Vagina. In der einen Brust erwartet sie eine Milchbar, in der anderen ein Planetarium und im Körper ein kleines Kino mit Sofa.
  10. In den letzten 20 Jahren ihres Lebens realisiert sie ihren größten Traum. Gemeinsam mit Tinguely installiert sie in einem großen Garten in der Toskana riesige, an Tarot-Karten angelehnte Figuren. Deren Material, hochgiftiges Polyester-Kunstharz, gefährdet die Gesundheit der Künstlerin. Sie leidet schließlich unter einem Lungenemphysem. Die Künstlerin verstirbt am 21. Mai 2002 in La Jolla in Südkalifornien.

Vielleicht haben Sie Lust bekommen, sich noch ein Weilchen unter anderen starken Frauen aus der Welt der Kunst zu bewegen? Die Malerin Francoise Gilot gehört auf jeden Fall dazu. Sie ist die einzige Frau, die Picasso den Laufpass gab. Ich empfehle Ihnen daher die Lektüre dieses Artikels.

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