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Esszimmer, Köln Ehrenfeld… Frühstück, but make it Michelin-worthy

Herzhaftes Frühstück im Esszimmer Köln: Rührei und Tomate nur in meinem Fall ohne Tomate, dafür mit Paprika, Kräutern und geröstetem Bauernbrot, dazu gebratener Geflügelbacon

Es ist einer dieser Vormittage in der Stadt. Ehrenfeld ist wach wie der Barbarossaplatz, aber noch nicht hektisch. Drinnen im Esszimmer klirren Gläser, Kaffeeduft mischt sich mit warmem Toastaroma, Stimmen klingen leise durch den Raum. Frühstück ist hier kein Pflichttermin – es wird zelebriert. Der Service ist auf den Punkt, auch wenn es voll wird.

Und es ist voll. Mutter und Tochter. Vier Freundinnen, alle wie aus dem Ei gepellt. Zwei Pärchen. Fünf Freunde, die aussehen, als hätten sie die Nacht durchgefeiert. Gemischter könnte das Publikum nicht sein.

Am Tisch vor mir glänzt ein Teller, der mehr verspricht als bloße Sättigung: goldbraun geröstetes Brot, sorgfältig gestapelt. Alle Teller, die an uns vorüberziehen, sehen so aus, als hätte hier jemand Frühstück ernst genommen. Farben, Texturen, kleine grüne Akzente, die nicht dekorativ wirken, sondern bewusst. Essen, das begeistern will.

Was im Esszimmer auf den Tisch kommt, ist durchdacht. Die Küche spielt mit Klassikern und biegt sie sanft in eine eigene Richtung. Shakshuka etwa – hier nicht rustikal, sondern fein ausbalanciert: weich gebettete Eier, geschmorte Paprika, Gewürze, die nichts überlagern, dazu knuspriges Brot, das man braucht, um keinen Tropfen zu verschwenden. Ein Frühstück, das Zeit verlangt – und sie einem gleichzeitig schenkt.

Eggs Benedict im Esszimmer in Köln Ehrenfeld - Frühstück vom Feinsten

Das Konzept des Esszimmer: unprätentiös, aber kulinarisch auf den Punkt

Dass das Esszimmer kein austauschbares Brunch-Konzept ist, merkt man schnell. Hinter dem Restaurant steht Alexander Marx, gelernter Koch und Geschäftsführer, der nach Jahren außerhalb der Gastronomie (u. a. in der Baubranche) und einer längeren Gastro-Pause zurück an den Herd gefunden hat – mit dem erklärten Wunsch, „ein neues Esszimmer für Ehrenfeld und für Köln“ zu schaffen: ein Ort mit heimischem Gefühl jenseits der eigenen vier Wände. Um nach dem Neustart nicht allein „ins kalte Wasser“ zu springen, holte er André Schneider, Betreiber des Pulheimer Restaurants Mood, als Freund und Geschäftspartner mit ins Boot; das Konzept wurde von dort aus weiterentwickelt und auf Köln-Ehrenfeld zugeschnitten. Zum Team gehört außerdem der Patissier Philipp Drosten, der mit seiner Handschrift für die süße Seite der Karte Verantwortung übernimmt.

Süßes Frühstück im Esszimmer Köln, wer noch ein bisschen Platz im Bauch hat, sollte unbedingt noch süß werden

Diese Haltung übersetzt sich direkt auf den Teller. Nichts wirkt zufällig, aber auch nichts überinszeniert. Das Esszimmer lebt von schicken Details ohne ChiChi: dem warmen Holz der Tische, dem schönen Licht, den Gesprächen, die nicht stören, sondern Teil des Ganzen sind. Der Service ist präsent, aufmerksam, aber unaufdringlich.

Süßes Frühstück im Esszimmer Köln, wer noch ein bisschen Platz im Bauch hat, sollte unbedingt noch süß werden

Süß kann hier auch ernst

Wer glaubt, Frühstück sei im Esszimmer vor allem herzhaft, sollte sich für einen süßen Abschluss entscheiden. Cremiger Joghurt, sonnengelbe Mango, knuspriges Granola, ein Hauch Süße, der nicht klebt. Ein ruhiger Gegenpol zu den herzhaften Tellern – leicht, und wundervoll glücklich machend.

Dazu ein Glas frischer Saft, vielleicht eine Mimosa, vielleicht einfach ein Cappuccino. Man möchte bleiben. Und nachbestellen. Auch wenn es nur für einen geteilten kleinen Teller reicht.

Vielleicht ist es genau das, was diesen Ort so angenehm macht: Das Esszimmer will niemanden beeindrucken. Es will, dass man sich wohlfühlt. Dass man isst, trinkt, bleibt. Und irgendwann geht – mit dem Gefühl, den Vormittag gut investiert zu haben.
Und dem Vorsatz, eines Abends in naher Zukunft wiederzukommen.

Frühstückszeiten
Dienstag – Sonntag
09:00 – 16:00 Uhr
Weitere Informationen und Tischreservierung unter: https://esszimmer-koeln.de/

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