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Was der Krieg mit uns macht

Wenn der Krieg kommtEs sind sorgenvolle Tage und Nächte. 1500 Kilometer von uns entfernt tobt der Krieg. Ob er gerade erst angefangen hat oder noch Jahre dauern wird, wissen wir nicht. Auch nicht, wie er ausgeht und ob er weiter eskaliert. Oder ob gar, wie angedroht,  das zweitgrößte Atomwaffenarsenal der Erde gezündet wird. Ich kann es mir nicht vorstellen, aber das heißt nichts. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass die Ukraine von drei Seiten eingekesselt wird und ein 70 Kilometer langer Truppenkonvoi direkt auf die Hauptstadt zurollt.

Erst wollte ich heute gar nichts schreiben, denn der Krieg geht mir nicht aus dem Kopf. Er hat schon jetzt mein Leben verändert. Ein Punkt, der nicht der allerrelevanteste ist, aber meine Arbeit für diesen Blog betrifft: In dieser Situation geht mir das Geschwätz des Internets auf die Nerven. Was soll ich anfangen mit Berichten von den Modeschauen in Paris und Mailand? Wen interessiert jetzt, welcher Dresscode wo passt? Ich habe grad nichts zu sagen, weder Tipps, wie man mit der Angst vor dem Krieg umgeht noch welches Gemüse man kochen soll, um seine Nerven zu beruhigen und schon gar nicht, was man anziehen soll, wenn man eigentlich nur im Bett liegen, lauthals losweinen und sich die Decke über den Kopf ziehen möchte angesichts des zum Himmel schreienden Zustands dieser Welt. Wenn man nachts wieder wach liegt und überlegt, wohin man selbst flüchten könnte, wenn der Krieg zu uns käme und einem klar wird: Nirgendwohin. Oder in welches Ausland man seine paar Euros transferieren könnte, damit man wenigstens ein bisschen was hätte für den Anfang. Und wenn der Mann dann sagt: Das brauchst Du nicht zu überlegen, denn wenn der Krieg kommt, kommt er so schnell, dass Du Dein Bankfach im Ausland gar nicht mehr erreichst.

Nur dieses Eine möchte ich loswerden: Ich fühle mit den Menschen in der Ukraine, den Hunderttausenden von Frauen, den Kindern und den alten Leuten, die ihr Zuhause verlassen haben und  auf der Flucht sind, ohne ihre Männer, weil die in einem ungleichen Kampf versuchen, ihre Heimat zu verteidigen. Mit den Ukrainern, die zurückgeblieben sind und die siebte schlaflose Nacht in U-Bahnstationen und Kellern verbringen. Ich denke auch an die Menschen in Russland, die nicht hinter den politischen Entscheidungen stehen und den Mut haben, ihre Meinung offen zu äußern, auch wenn sie wissen, dass sie dafür im nächsten Moment in einen Polizeiwagen gezerrt und ins Gefängnis verfrachtet werden.

 

In unserer Hilflosigkeit können wir immerhin noch spenden. Hier ist ein Link.

Danke, liebe Tanja, für Dein Engagement vom Wochenende.

 

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1 Kommentar

  1. Susa Berg
    07/03/2022 / 13:58

    Liebe Ursel,

    danke für diesen Beitrag. Ich fühle mich seit Tagen schon so, als hätte ich ein Pfund Steine im Magen und würde mir der Hals zugeschnürt…
    Unvorstellbar! Alles!

    Liebe Grüße, Susa

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