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Das Interview: Modedesignerin Susanne Adam-von Haken

adam1Ein verwunschenes, rotes Schlösschen unterhalb der Sparrenburg in Bielefeld. Die Hausherrin öffnet und bittet in ihr Atelier in der 1. Etage. Schön ist es hier. Eine Zauberwelt aus kostbaren Webstoffen, bunten Garnen, Litzen, Modezeichnungen und Kleiderstangen voller Herrlichkeiten.

1. Was wären Sie, wenn Sie nicht Modedesignerin wären?
Innenarchitektin oder Architektin. Wenn meine Schulkarriere anders verlaufen wäre, Biologin im Bereich Verhaltensforschung. Mein Vater war Biologe, er hat mich angeregt, mich schon als Kind mit Tieren zu beschäftigen und viel über sie zu lesen.

2. Wie sieht Ihr tägliches Styling-Ritual aus?
Geht eigentlich recht schnell am Morgen, anziehen nach Wetter und Anlass, dann das tägliche Make-up. (Ich bin so gut wie nie ungeschminkt). Meistens gehe ich schon fertig aufgebrezelt mit dem Hund eine ausgedehnte Runde. Oft trage ich Sachen, die ich im Laufe des Tages durch kleine Änderungen und Ergänzungen abwandeln kann.

3. Ihr Lieblingskleidungsstück?

Ich bin farbmutig und habe bunte Kleidung gern. Doch zur Zeit ist es ein dunkelblauer, lässiger, ganz leichter Wollmantel, knielang und ohne Knöpfe und Taschen. In der Übergangszeit ist er das ideale ergänzende Teil, er schließt die farbenfrohe Teile, die ich darunter trage, gut ab.

4. Was kennzeichnet Ihre Handschrift als Designerin?
Das Spiel mit Farben und Material. Ich kombiniere gerne ungewöhnliche Farben wie z.B. Orange und Türkis miteinander. Aber auch der Mix aus verschiedenen Mustern und Drucken, seien es Paisleys und Karos oder aufwendige Webmuster wie in den kostbaren Stoffen von Malhia Kent, das reizt mich. Farblich bin ich ein Fan von Frida Kahlo und Kandinsky. Ich kann zwar auch Schwarz, es ist ohne Frage eine schöne Farbe, die Sicherheit gibt, aber sie langweilt mich. Bei Stoffen benutze ich gerne griffiges, festes, wolliges Material. Weiche, biegsame, schlabbrige Stoffe verarbeite ich nicht gern. Ich trage sie auch selbst nicht. Silhouetten und Schnitte sind bei mir variabel. Auch da experimentiere ich gerne und möchte mich nicht auf einen bestimmten Stil festlegen. Mir gefällt heute dies und morgen das. Es kann sein, dass ich ein Jahr lang kurz und eng trage und im nächsten Jahr weit und lässig viel schöner finde.

5. Für welchen Typ Frau entwerfen Sie?
Da möchte ich bewusst keine Einschränkung geben, weder für die Gelegenheiten noch für das Alter meiner Kundinnen. Ich arbeite viel für die Frauen meiner Generation, merke aber immer wieder, wie dieselben Kleidungsstücke auch bei den ganz jungen Frauen gut ankommen. Meine Mode passt tagsüber z.B. zur Jeans und wird abends im Theater getragen. Die Businessfrau kann sich z.B. mit meinen Jackenkreationen hinter ein Rednerpult stellen und später mit ihren Kindern zusammen etwas unternehmen.

6. Auf welche Kosmetikprodukte können Sie nicht verzichten?
Da gibt es viele Tiegelchen und Töpfchen. Meine Gesichtspflege, Make up, Augenbrauenstift, dunkelbrauner Kajal und weißer Aufheller für die Augen, Rouge und Lippenstift. Gutes Make up ist mir wichtig, was vielleicht auch daran liegt, dass ich eine Visagistenausbildung habe und am Anfang meines Berufslebens für die Kosmetikindustrie gearbeitet habe.

7. Wer oder was hat Ihren Geschmack geprägt?
Mein Mode-Studium und mein Elternhaus. Es war liberal, unterstützend und kreativ. Meine Mutter war Kunsterzieherin und hatte ein Händchen für die schönen Dinge. Sie hat großen Wert darauf gelegt, wie man sich anzieht, wie ein Tisch gedeckt und eine Wohnung eingerichtet wird. Sie wiederum hat es von ihrer weltoffenen, mondänen Mutter gelernt, die sie für ihren Stil sehr bewundert hat. Hinzu kommen immer aufs Neue Persönlichkeiten und Modeströmungen, die auf mich einwirken und mich inspirieren. Ich bewundere Stella McCartney. Sie lässt sich nicht festlegen, ihre Sachen sind immer wieder anders und doch tragbar. Ich gucke immer auch nach Dries van Noten. Er ist innovativ und entspricht ganz meiner Farbwelt.

8. Haben sie ein Schönheitsgeheimnis?
Lächeln, nicht die Mundwinkel hängen lassen, Rouge, Kopf hoch und an sich selbst die schönen Dinge hervorheben und die weniger attraktiven kaschieren.

9. Was ist für Sie die schönste Überraschung am Älterwerden?
Dass ich immer modemutiger und farbenfroher werde. Dass ich unvermindert so motiviert bin und auch geduldig durcharbeiten kann. Das ist mir früher schwerer gefallen. Außerdem eine Gelassenheit anderen gegenüber, die sicher aus meiner inneren Zufriedenheit herrührt. Mir gefällt, was ich tue.adam2

Susanne Adam-von Haken
Diplom-Modedesignerin
Spiegelstr.13
33602 Bielefeld

Telefon 0521 178218 oder 0521 60325

Email: susanne@adam-design.eu

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