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Was esse ich unterwegs? Leibnitz Keks

Leibnitz KekseZwei Packungen Leibnitz Kekse. Ich käme nie auf die Idee, mir Leibnitz Kekse zu kaufen. Viel zu trocken, viel zu bröckelig. Aber wenn eine Ferienreise ansteht, dann müssen zwei Packungen der trockenen Kekse mit den gezackten Rändern im Auto sein. Außerdem Frikadellen, eine Tube Senf, eine Tupperdose mit Kartoffelsalat und Butterbrote mit hart gekochten Eiern. Ich mache mir nichts aus Frikadellen und Eierbroten, aber auf einer Autofahrt in den Urlaub müssen sie mit. Dazu Kaffee in der Thermoskanne, schwarz und ungesüßt, und zwei Plastiktassen, die rote und die türkise. Obwohl ich sonst niemals schwarzen Kaffee trinke, schon gar nicht nach 11 Uhr morgens. Warum also das alles?

Mit Leibnitz Keksen ans Mittelmeer

Weil es mich an die Ferienfahrten in meiner Kindheit erinnert. Wenn der rote Opel meiner Eltern Richtung Oberbayern fuhr, oder später nach Gabbice Mare ans Mittelmeer. In Kassel fuhren wir auf die Autobahn, weiter über Würzburg nach Freiburg und von dort durch die Schweiz Richtung St. Gotthard Passstraße und Italien. Der Vater im weißen Oberhemd und mit Krawatte am Steuer, die Mutter im geblümten Sommerkleid auf dem Beifahrersitz, das aufgeregte, dünne Kind mit braunen Zöpfen, also ich, auf dem Rücksitz. Kaum hatten wir Bielefeld verlassen und waren auf dem Weg Richtung Paderborn und Kassel, überfiel mich ein mächtiger Hunger. Meine Mutter öffnete den Picknickkorb, einen geflochtenen mit braunen Lederriemen, und sie zauberte die Köstlichkeiten hervor: eine Tupperdose mit Kartoffelsalat mit einer Deko aus Tomatenachteln, kleine Frikadellen, mit Scheiben von harten Eiern belegte Butterbrote, eine Thermoskanne mit schwarzem Kaffee .- und die längliche, gelbe Packung mit den Leibnitz Keksen.

Und dann verschmolz alles: die Vorfreude auf den Urlaub, auf das Herumpaddeln auf der Luftmatratze im Mittelmeer, Sonne, blauer Himmel, jeden Tag ein Eis, keine Schule, keine Hausaufgaben, Eierbrote, Frikadellen, Butterkekse.

Und weil wohl kaum etwas den Menschen so formt wie seine frühkindlichen Erfahrungen, muss es für mich bis heute genau so sein, wenn ich verreise. Auch wenn ich sonst nie schwarzen Kaffee aus Plastiktassen trinke oder Eierbrote und Leibnitz Kekse esse. Nur Kartoffelsalat mit Frikadellen, die gehen bei mir immer.

Bei Ihnen steht vor Weihnachten auch eine kleine Reise an? Zu einem Weihnachtsmarkt vielleicht? Hier gehts zu Cerstins Empfehlungen für Weihnachtsmärkte in Köln.

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2 Kommentare

  1. Susa Berg
    05/01/2022 / 14:54

    Liebe Ursel,

    ein frohes Jahr 2022 wünsche ich Dir und Deinen Mit-Bloggerinnen!

    Schön geschrieben, der Beitrag über den Reiseproviant. Hier ist es die Prinzenrolle, aber auch belegte Brötchen und Apfelviertel, die uns unterwegs begleiten. Bäh… nur nicht in Raststätten einkehren, niemals nie!

    Herzliche Grüßen aus dem „ewigen Grau“ (aka Köln)
    Susa

  2. Ursel
    Autor
    07/01/2022 / 17:09

    Vielen Dank, liebe Susa, auch im Namen von Cerstin und Tanja. Apfelviertel muss ich mir für die nächste lange Autofahrt unbedingt merken. Schöne Grüße!

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