
Unfassbar toll! Senta Berger in der Rolle der Großmutter im Film „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. ich weiß nicht, wann ich im Kino zuletzt so gelacht und geweint habe.
Sie spielt eine ehemalige Bühnendiva mit einem versehrten Bein, die mit ihrem Mann – einem ehemaligen Philosophieprofessor – eine eng zusammengewachsene Einheit bildet. Ihr Alltag ist von strengen, alkoholisch gefilterten Ritualen geprägt: Morgens gemeinsames Gurgeln mit hochprozentigem Wasser, zum Frühstück eine Ladung Tabletten, herabgespült mit Champagner und dünn geschnittenem Brot, damit man durch die Scheiben die Blumen draußen sehen kann. Weißwein zum Mittag, Whiskey um Punkt sechs, Rotwein später am Abend. Und dann, während sie in Rückenlage auf dem Boden liegt und „Solveigs Lied“ auf einer Platte lauscht, ein Cognac als Abschluss des Tages.
Für ihre brillante und berührende Darstellung wurde sie für die „Beste weibliche Hauptrolle“ beim Deutschen Filmpreis 2026 nominiert. Ihre erste Nominierung im Alter von 85 Jahren. Sie hat verdient gewonnen.
Senta Berger ist nicht nur eine grandiose Schauspielerin, sondern auch eine wahnsinnig gute Autorin
Ihre 2006 erschienene Autobiografie „Ich habe ja gewusst, dass ich fliegen kann“ ist ein Ereignis! Klug, sensibel und mit viel trockenem Humor erzählt sie darin über ihre Wiener Herkunft, ihre Aufnahmeprüfung und ihren Rauswurf am Max-Reinhardt-Seminar, über ihre glückliche Ehe mit dem Arzt und Regisseur Michael Verhoeven und die vielen Etappen ihrer Karriere.
Hier erfahren Sie mehr über ihr Leben in berührenden, klug gewählten Zitaten. Sie stammen übrigens alle von Senta Berger
- Wir haben uns gefunden. Es scheint, wir waren füreinander bestimmt.
- Wir waren glücklich zusammen in Hollywood, das war 1969. Michael hat im Krankenhaus gearbeitet, er hatte ja Medizin studiert und seinen Doktor gemacht,- ich habe gedreht.
- Wenn ein Mann Karriere macht, fragt kein Mensch: Und was machen Sie mit den Kindern. Bei Frauen fragt man immer. Warum eigentlich?
- Er hat es ja auch so empfunden, dass es ein unglaublicher, glücklicher Zufall war, dass wir uns überhaupt begegnet sind, es hätte ja auch ganz anders sein können, und dass wir uns so stark auf aufeinander eingelassen haben.
- Der Alltag nagt an jedem Paar, lächerliche Kleinigkeiten kommen immer wieder zur Sprache, obwohl man weiß, man kann den anderen nicht ändern, er wird immer wieder das Geschirr auf die Spülmaschine stellen und nicht hinein.
- Wenn man diese Zärtlichkeit gar nicht mehr für den anderen spürt, vergreift man sich manches Mal im Ton. Oder die Aufmerksamkeit lässt nach, man merkt die Stimmung des anderen gar nicht. Das ist alles Alltag, das gehört dazu.
- Wir haben immer unsere eigenen Filme gedreht. Und da konnten wir unsere Haltung zeigen.
- Als die ‚Weiße Rose‘ keine Förderung bekam, haben wir das erste Mal unser Haus beliehen. Ich war sehr unglücklich darüber, weil ich nicht wusste, wie es weitergeht.
- Michael war mein Leben. Ich kann nur sagen, dass ich jetzt nichts sagen kann. Denn alles, was ic Mit den Kindern und deren Kindern. Da sind wir recht viele. Einsam bin ich nicht, das gebe ich zumindest nicht vor Ihnen zu.h jetzt sagen könnte, würde es kleiner machen, als es ist.
- Es geht mir nicht so gut.
- Machen Sie sich keinerlei Hoffnung, es wird nie besser, jeder Tod eines geliebten Menschen ist aufs Neue grausam. Man gewöhnt sich nicht daran.
- Und jetzt, wo mein Mann nicht mehr lebt, bin ich alt. Es gibt niemanden mehr, der sagt: Du bist schön.
- Ich werde ja zum ersten Mal alt. Ich muss es erst lernen.
- Meine Erinnerungen fragen mich nicht, ob sie schön oder schmerzlich sind. Sie sind plötzlich da, überfallen mich. Aber ich habe so gute Zeiten in meinem Leben gehabt, dass die allermeisten Erinnerungen mir guttun.
- Wir waren spät dran, es musste alles schnell gehen. Und ich war so erwartungsfroh, 1000 Leute, ausverkauft, schön – okay, fangen wir an. Und dann habe ich so wie Mary Poppins ohne Schirm einen sehr energiegeladenen großen Schritt ins Leere gemacht.
- Der Sturz von der Bühne wird uns allen ein unlösbares Rätsel bleiben. Ich höre nur noch den Aufprall auf das Parkett vor der ersten Zuschauerreihe. Ich konnte das alles erst gar nicht begreifen.
- Nach der Operation konnte ich nichts, gar nichts. Nicht gehen. Nicht stehen.
- Ich habe ja eine Ballettausbildung. Und das hält mich bis heute zusammen. Mein Körper, der hat es nicht vergessen, wie man aufsteht.
- Es gibt auch Leute, die sagen: Oh, heute habe ich Migräne, ich gehe jetzt nicht in den Fitnessraum. Aber so etwas würde ich mir niemals erlauben, wenn ich schon die Chance habe, in der Reha zu sein.
- Ich wollte einfach nicht mit dem Rollator gehen müssen. Vielleicht kommt das irgendwann noch, aber jetzt kämpfe ich noch dagegen.
- Ich habe meinem Sohn Simon das Buch geschenkt. Aber in Wahrheit ist der Film ein Geschenk an uns beide, weil wir wieder miteinander arbeiten konnten. Und wenn ich mit dieser Rolle meinem beruflichen Leben vor der Kamera ein Ende setzen würde, dann wäre es in Ordnung. Ich habe mir lange überlegt, ob ich diese Rolle überhaupt spielen kann – oder ob ich lieber zu Hause bleibe. Wissen Sie, ich bin ja nun auch wirklich schon sehr alt …
- Es war eine besonders schöne Drehzeit und wir haben gewusst, es wird ein besonderer Film. Wir haben nicht daran gedacht, dass dieser Film so geliebt wird.
- Ich bin erst morgen glücklich. Heute ist es einfach zu viel.
- Ich gucke mal, was noch so kommt, aber es ist auch ein angenehmes Gefühl zu wissen, ich muss nicht mehr.
Hier noch ein paar mehr Infos zu Senta Berger: https://de.wikipedia.org/wiki/Senta_Berger
Sie möchten mehr über „Ach, diese Lücke“ erfahren? Dann bitte hier entlang: https://stylerebelles.com/ach-diese-luecke-diese-entsetzliche-luecke/