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Ich will ja nur spülen

Bei mir zu Hause alles bestens! Seit fast einem Jahr sind der Mann und ich hier im Home Office und alles ist gut. Volle Harmonie. Eigentlich. Und dann plötzlich krachts. Es geht um den Geschirrspüler.

Kaum ist in der Pandemie der Geschirrspüler ausgeräumt, ist er schon wieder voll. Sein geschäftiges Rumpeln gehört seit einem Jahr zum Alltagssound wie die Erkennungsmelodie der Tagesschau. Man isst morgens, mittags und abends zu Hause, die Restaurants sind geschlossen. Man kocht und isst unentwegt. Also füllt sich die Maschine noch viel schneller als sonst.

Ich habe ein System der Befüllung der Spülmaschine, der Mann hat ein anderes. Meins ist besser. Es basiert auf einem System, auf Ordnung. Ich stecke Messer, Löffel und Gabel mit der Spitze nach oben in den Besteckkorb, geordnet nach Messern, Löffeln und Gabeln. Das Silberbesteck sortiere ich aus, um es nachher mit der Hand abzuwaschen. Die Teller spüle ich unter laufendem Wasser ab, bevor ich sie in die Maschine fülle. Die verkrusteten Pfannen und Töpfe weiche ich vorher ein. Gläser kommen mir gar nicht in die Spülmaschine, die reinige ich per Hand.

Und der Mann? Er wirft alles in den Geschirrspüler, die sauteuren Gläser aus der Manufaktur in Österreich, die dreckigen Teller, verkrustete Pfannen und Töpfe. Er stapelt, stülpt drüber, verdichtet. Geht der Korb noch zu? Ja klar, und weiter. Noch schnell die Suppenkelle rein und den Pfannenschaber dazwischen gequetscht. Hängt zwar noch das halbe Spiegelei dran, aber macht nichts. Am Schluss schwebt die weiße Porzellanschale aus den Zwanziger Jahren über allem. Ist es nicht toll, dass sie noch reinpasst?

An schlechten Tagen finde ich mich in diesem Moment hinter ihm ein und erfasse mit einem Blick ins Innere der Spülmaschine, was einer Nachbesserung bedarf. Nämlich vieles. Eigentlich alles. Also nehme ich die vom Mann platzierten Teile wieder heraus, eines nach dem anderen, und arrangiere sie neu.

Dann ist er da: der Abwaschkonflikt.

Und wie läufts bei Ihnen zu Hause so?

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1 Kommentar

  1. Marie
    04/03/2021 / 23:07

    Wirklich: GENAU SO!!!!
    Zum Glück ist der Mann an meiner Seite viel geübter als ich in der Disziplin: „resignative Gelassenheit“
    Witzig geschrieben, ich fühlte mich ertappt!
    Beste Grüße schickt Ihnen
    Marie

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