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Kenzo: 10 Dinge, die Sie nicht über den japanischen Designer wussten

KenzoDer legendäre japanische Designer Kenzo Takanada ist am Montag im Alter von 81 Jahren in Paris gestorben. Er hatte Covid 19. Sayonara, lieber Kenzo, und gute Reise.

1. Kenzos Eltern hatten ein Hotel. Er wuchs mit 6 Geschwistern auf. Als kleiner Junge begann er, die Modezeitschriften seiner älteren Schwerstern zu lesen. Das weckte sein Interesse für Mode. Hotel.

2. Nach seinem Studium am Bunka Fashion Institute in Tokyo kam er 1965 mit einem Frachtschiff über Hong Kong, Mumbai und Saigon in Marseille an. Er reiste nach Paris weiter. Ursprünglich wollte er nur ein paar Monate bleiben. Er blieb für den Rest seines Lebens.

3. Er schuf sein Modereich quasi aus dem Nichts. Die Anfangsjahre waren schwer. Zunächst machte er Entwürfe für andere Designer. 1970 eröffnete er einen winzigen Laden in der Galerie Vivienne. Er renovierte ihn selbst und malte ein großes Bild mit Dschungel- und Blumenmotiven an die Wand. Daraus leitete er den Namen des Ladens ab: Jungle Jap. 1976 zog er in größere Räume an der unweit gelegenen Place des Victoires um und gründete die Marke mit seinem Vornamen.

4. Seine erste Kollektion war ein großer Erfolg. Die Stoffe dafür hatte er billig auf dem Pariser Saint Pierre-Markt eingekauft.

5. Ende des Jahrzehnts gehörte seine Marke, die er schnell auf seinen Vornamen umgetauft hatte, zu jenen, die sich in der Stadt am besten verkauften. Sein Stil passte in die freiheitliche Stimmung der Siebziger und entsprach später den überladenen Achtzigern. Von 1983 an entwarf er auch für Männer, es folgte Kenzo-Homewear, Kenzo-Düfte. Die Marke Kenzo wuchs über den kein bisschen arbeitsscheuen Macher hinaus

6. 1993 verkaufte er seine Marke an LVMH, machte aber weiter Entwürfe. Kenzo kannte keinen Ruhestand. Er blieb eigenständig tätig. Hinzu kamen die mehrmonatigen Aufenthalte in Japan, die er zur Erholung nutzte. „Paris ist meine Basis“, sagte er und meinte damit die Wohnung direkt über seinen Büro-Räumen. „Ich reise viel, gönne mir Massagen, besuche Ausstellungen, und dann arbeite ich ein wenig. Nicht jeden Tag, aber regelmäßig.“

7. Sein Partner war Xavier de Castella de Delley (1952-1990).

8. Nach seinem Tod zog Kenzo in ein altes Fabrikgebäude in der Nähe der Bastille Oper, das er in ein Paradies aus Glas und Holz umwandelte. Im Haus befand sich ein japanisches Teehaus.

9. Sein Credo, wie er der NYT im Interview sagte: Mode sei nicht nur für ein paar Wenige. Mode müsse für alle erschwinglich sein. Aber sie solle bitte nicht zu ernst sein.

10. Die große Modekritikerin Suzy Menkes schrieb nach seinem Tod: „Ich erinnere mich, dass er mir sagte, er wolle ‚glückliche‘ Kleidung herstellen. Das bedeutete farbenfroh, mit einer Freiheit für den Körper der Frau – und einer internationalen Einstellung weit vor seiner Zeit.“

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