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Strand kann jeder. Urlaub in Lyons-la-Foret im Hinterland der Normandie

Lyons-la-ForetLyons-la-Foret ist wieder so ein Fall, über den man hier im Blog im eigenen Interesse eigentlich kein Wort schreiben sollte. Allenfalls gelegentlich ein paar  Hinweise in ausgewählte Ohren flüstern. Dann würde ich also flüstern: Fahrt doch einmal nicht ins knallvolle Paris, an die auf Luxus getrimmte Küste der Cote d`Azur oder gar ins sterbenslangweilige Elsass, sondern bleibt schön im kühlen Norden, im Hinterland der Normandie. Fahrt in den kleinen Ort Lyons-la Foret. Schöner, pittoresker, französischer wirds nicht.

In dem mittelalterlichen Runddorf gibt es so viele gastfreundliche Annehmlichkeiten, dass daraus ein ideales Wochenende werden kann, mit einem authentischen Genuss-Faktor, für den man sonst viel weiter in den Süden fahren muss. In Lyons-la-Foret mit seinen gerade mal gut  700 Einwohnern ist alles schön und ruhig. Nicht umsonst wurde der Ort in die Liste der „Plus Beaux Villages de France“, der schönsten Dörfer Frankreichs aufgenommen.

Vor den Toren des Dorfes liegt der über 10 000 Hektar große Staatsforst von Lyons, der größte Buchenwald Frankreichs und einer der größten in Europa.Im Frühling ist der Boden im Wald von kleinen blauen Glockenblumen übersät, an heißen Sommertagen ist ein Spaziergang oder Picknick im Wald geradezu eine Wohltat. Im Herbst bezaubert der Wald mit seinen goldenen Blättern.

Im Mittelalter war er einer der bevorzugten Jagdorte der Könige und der Herzöge der Normandie. Hier befinden sich kilometerlange Rad- und Wanderwege, auf denen man auch schon mal Rehe, ein Wildschwein oder einen Fuchs tirfft und Bäume sieht, die mehrere Jahrhunderte alt sind. Über 100 bemerkenswerte Bäume aus aller Welt kann man auch im Arboretum von Lyons entdecken.

Das ganz und gar Wunderbare an Lyons-la-Foret ist seine Lage. Es ist nur 90 Kilometer von Paris entfernt.

Vor hunderten von Jahren, im ausgehenden Mittelater, kam der Hochadel zum Jagen hierher und ließ sich, damit der Aufenthalt auch angenehm war, Schlösser und Landsitze bauen. Im Tross des Hochadels kam auch der Hofstaat mit seinen hohen Beamten, Mätressen und Künstlern nach Lyons. Sie ließen sich im Ort große Häuser aus normannischem Fachwerk bauen, die noch heute den Charakter des Ortes bestimmen. Von 1917 bis 1920 lebte der Komponist Maurice Ravel (1875-1937) hier. Lyons ist gespickt mit sehr schönen Fachwerkhäusern. Jeden Tag macht man neue Entdeckungen, findet neue Fotomotive.

Donnerstags, Samstags und Sonntags sind Markttage in Lyons. in der offenen Markthalle bieten  kleine Bauern aus der Umgebung ihre Bio-Köstlichkeiten an. Besonders vielfältig ist ab Spätsommer das Angebot an Äpfeln. Der Apfel ist DIE Frucht in der Normandie. Jeder liebt sie, jeder verarbeitet sie, zu Apfelsaft, Törtchen, Kuchen, Desserts und zu Cidre.Rosé Cidre oder Cidre auf Eis sind ein herrlicher Aperitif.

Beim Fleischer sieht man Rind aus dem Limousin, gelbfleischige Hühner und   hausgemachte Pasteten zum Niederknien. Den Stand des Käsespezialisten kann man gar nicht ohne ein paar herrliche Kleinigkeiten verlassen, insbesondere sollte man ein paar Gläschen Joghurt aus der „Ferme des Peupliers“ kaufen. Sie wird regelmäßig mit Goldmedaillen prämiert und macht süchtig.

Eine Reise nach Lyons-la-Foret ist ein Genussausflug

Rund um den Dorfplatz mit seiner nach allen Seiten hin offenen, doppelstöckigen Markthalle befinden sich einige interessante Trödler und Antiquitätenhändler. Deren Angebot ist von der Qualität her so viel besser und günstiger als in Deutschland. Natürlich gibt es auch einen kleinen Supermarkt, einfachen, aber hervorragenden Bistros, einem Zeitungsladen mit angeschlossenem Café für den Nachfrühstücks-Espresso und mit einem Bäcker der Extraklasse. besonders köstlich sind seine Canelés, zylinderförmig eKüchlein. Ein knuspriger Karamellmantel umhüllt das fluffige Innere aus Pudding, Eigelb, Vanille und Rum. Ein Gedicht!

Das Beste an Lyons-la-Foret sind für mich seine beiden Hotels, zentral am Marktplatz gelegen und in der Hand eines Besitzers. Sie verfügen über ein Restaurant, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist, und über eine ganz hervorragende und preislich günstigere Brasserie. Es gibt große Gärten, Liegeflächen und als besonderes Bijou ein Spa mit allem Schnipp und Schnapp, also auch Innen- und Außenpool, verschiedenen Saunen, herrlichsten Liegen und Anwendungen mit den Produkten der französischen Kosmetiklinie Nuxe.

Als Touristin, die müde und bleich aus dem Norden in Lyons-la-Foret ankommt, kann ich hier am Pool ohne Not erst mal ein paar Tage verweilen, bevor ich in das Treiben im Ort eintauche. Und wenn es mir dann langweilig wird , dann kommt das Allerallerallerbeste an Lyons zum Vorschein: Der Ort liegt genau auf halber Strecke zwischen Paris und der Küste. Man kann sich morgens ins Auto setzten (oder in den Zug) und in einer Stunde nach Paris fahren, mit etwas Glück vor einem Museum parken und sich eine Ausstellung ansehen. Oder man packt seine Siebensachen und fährt 90 Minuten bis ans Meer. Nach Varengeville-sur-Mer zum Beispiel.

Ach Frankreich, Du hast eben alles!

 

 

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