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Zwischen Dots und Domblick: Warum die Kusama-Ausstellung im Museum Ludwig in Köln so besonders ist

Ich habe lange überlegt, ob ich über diese Ausstellung schreiben soll – nicht, weil sie es nicht wert wäre, sondern weil Ursel eigentlich schon alles über Yayoi Kusama und auch über diese Ausstellung geschrieben hat, was man wissen muss: Yayoi Kusama – die spannendste Ausstellung des Jahres 2026.
Farbenfrohe Blumen-Skulpturen von Yayoi Kusama vor dem Kölner Dom auf der Dachterrasse des Museum Ludwig. Warum die Kusama-Ausstellung 2026 in Köln so besonders ist, welche Highlights es exklusiv hier gibt und weshalb sich ein Besuch trotz Warteschlangen unbedingt lohnt, lesen Sie im styleREBELLES-Blogpost

Und dann gab es da diesen Moment auf der Dachterrasse. Riesige bunte Blumen mit Blick auf den Kölner Dom. Nicht spektakulär, aber besonders. Lustige, leichte Kunst, die Kinder wie Erwachsene, Museumsfans und eher widerwillige Begleitungen, die nicht ganz so viel mit Kunst zu tun haben, zugleich in ihren Bann zieht. Wer einen der Infinity-Rooms, nämlich den auf der Dachterrasse, betreten möchte, kommt nicht an ihnen vorbei und dann passiert, was in Köln irgendwie immer passiert: man kommt mit wildfremden Menschen ins Gespräch und sinniert über bunte Blumen mit Punkten, über das Schlangestehen im Museum und darüber, dass die Installation auf der Dachterrasse mit dem Dom im Hintergrund doch noch eine bisschen schöner ist, als ohnehin schon.

Warum Kusama in Köln anders ist als Basel und Amsterdam

Die Ausstellung wandert ja bekanntlich weiter – von der Fondation Beyeler in Basel über Köln ins Stedelijk Museum in Amsterdam. Und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Unterschiede. Ich war leider nicht in Basel, aber mein Eindruck ist, dass die Ausstellung in Köln irgendwie lauter ist. Sinnlicher. Immersiver, ich möchte sagen „instagrammiger“, aber in einem guten Sinne.
Mitten im ikonischen gelb-schwarzen Polka-Dot-Raum von Yayoi Kusama im Museum Ludwig. Warum die immersive Kusama-Ausstellung 2026 in Köln so viele Besucher:innen begeistert, welche besonderen Werke exklusiv hier gezeigt werden und weshalb sich der Besuch trotz Warteschlangen lohnt, hier im styleREBELLES-Blogpost

In Köln stehen drei Arbeiten, die es so in Basel nicht gab:

  • Aggregation: One Thousand Boats Show – ein Ruderboot, vollständig überzogen mit weichen, sich wiederholenden phallischen Formen in einer dunklen Ausbuchtung
  • I’m Here but Nothing – ein kompletter Raum im Schwarzlicht, überzogen mit fluoreszierenden Punkten (ich fand’s ziemlich cool: man fühlt sich kurz wie in einer anderen Dimension)
  • Flowers That Speak… – die riesigen, farbgewaltigen Blumen auf der Dachterrasse – mit Domblick, was dem Ganzen eine fast absurde, aber wunderschöne Kulisse gibt

Zwischen Spiegelungen, Punkten und Licht: Die Kusama-Ausstellung im Museum Ludwig ist nicht nur Kunst, sondern ein immersives Erlebnis. Warum sich der Besuch trotz Warteschlangen lohnt und was Köln anders macht als Basel, lesen Sie im styleREBELLES-Blogpost.
Amsterdam wird – so der aktuelle Stand – wieder stärker auf die klassische Museumsdramaturgie, auf die Entwicklung der Künstlerin, auf die Kunsthistorie setzen.

Die Kusama-Ausstellung in Köln ist eine, die man mehr erlebt, als sieht, die man mit anderen teilt

Die Ausstellung gehört jetzt schon zu den meistbesuchten Ausstellungen des Jahres. Die ersten Wochen verzeichneten eine sehr hohe Auslastung der Zeitfenster, besonders an Wochenenden und Feiertagen ist die Ausstellung nahezu komplett ausgebucht. Für die Infinity Rooms gibt es ein striktes Einlassmanagement. Und das führt zu etwas, dass es bei Kunstausstellungen nicht so oft gibt: Interaktion mit anderen Ausstellungsbesucher:innen.

Gerade bei den Infinity Rooms und den besonders gefragten Installationen kommt man um ein bisschen Schlange stehen nicht herum. Aber ganz ehrlich? In Köln hat das eine ganz eigene Qualität. Man steht da nicht einfach nur. Man kommt ins Gespräch. Ein kurzer Blick, ein Lächeln – und plötzlich ist man mitten in einer dieser typisch kölschen Mini-Begegnungen. Und ehe man sich versieht, wartet man nicht mehr allein, sondern gemeinsam. Man tauscht Eindrücke aus, gibt kleine Tipps weiter, lacht, kommentiert. Kleine Gruppen, enge Räume, dieses gemeinsame Staunen. Sieht sich selbst und andere in den Infinity Mirror works – große Kästen mit kleinen Öffnungen, ein kurzer Blick hinein – und plötzlich ist man mittendrin in einem Raum, der gar keiner ist. Spiegel, Licht, ein Hauch von Unendlichkeit. Man sieht sich selbst – und irgendwie auch nicht, sieht andere – und irgendwie auch nicht. Versetzt, vervielfacht, aufgelöst. Fast wie ein leiser Gegenpol zu den großen Infinity Rooms. Fremde Menschen, die für einen Moment Teil derselben Erfahrung werden. Und Kinder, die ihren eigenen Zugang finden. Manche gehen regelrecht auf „Punkte-Schnitzeljagd“, entdecken Muster, zählen, zeigen, malen ihre eigenen Dot-Bilder.

Der Infinity Room mit seinen organischen, gepunkteten Formen zählt zu den Highlights der Kusama-Ausstellung im Museum Ludwig. Spiegelungen, Licht und die ikonischen Polka Dots schaffen ein immersives Kunsterlebnis, das Besucher:innen komplett eintauchen lässt.

Es ist fast, als würde sich die Ausstellung ein Stück weit nach außen verlängern – in die Gespräche, in die Begegnungen

Vielleicht ist genau das das Besondere an dieser Kölner Version: Sie ist nicht nur immersiv im klassischen Sinne – sie ist auch sozial. Man erlebt sie nicht nur für sich. Sondern irgendwie immer auch miteinander.

Typisch Kusama: gelb-schwarze Polka Dots, Spiegelungen und optische Täuschungen. Die immersive Installation im Museum Ludwig gehört zu den meistfotografierten Räumen der Ausstellung und macht die Kölner Version besonders erlebnisorientiert.

Was mir besonders hängen geblieben ist:

  • Die Infinity Rooms. Ja, man kennt sie von Instagram. Aber nichts bereitet einen darauf vor, wie es sich wirklich anfühlt, darin zu stehen. Diese Mischung aus Weite und Auflösung – fast meditativ. Einer der eindrücklichsten Räume in der Ausstellung im Museum Ludwig ist dieser riesige, gelb-schwarz gepunktete Installationsraum. Man betritt ihn wie eine eigene kleine Welt: weiche, organische Formen hängen von der Decke, schlängeln sich wie Arme durch den Raum, alles überzogen von Kusamas ikonischen Polka Dots. Mittendrin: der Zugang zu einem Infinity Mirror Room. Man bewegt sich langsam durch diesen Raum und wird, wenn man den Infinity Room betreten möchte, selbst Teil einer kleinen Schlange, wird Teil der Installation. Umgeben von Punkten, von diesem starken Gelb-Schwarz-Kontrast, der sofort wirkt und gleichzeitig leicht irritiert. Gerade diese Reduktion auf zwei Farben macht den Raum so besonders: klar, grafisch, fast hypnotisch. Und dann dieser kurze Moment im Infinity Room – die Farben kehren sich um, das Muster zieht sich ins Unendliche. Für mich einer der Räume, in denen man am deutlichsten spürt, was Kusama kann: einen komplett hineinziehen – visuell, körperlich, emotional.
  • Der Schwarzlicht-Raum („I’m Here but Nothing“). Unerwartet. Spielerisch. Und gleichzeitig ein bisschen verstörend. Spannend. Und doch ist man froh, wenn man raus ist.
  • Die silbernen Kugeln im Eingangsbereich. Yayoi Kusama platzierte sie 1966 bei der Venice Biennale quasi auf eigene Faust – ohne offizielle Einladung, verkaufte sie für 2 Dollar, mit dem Satz „Your Narcissism for Sale“. Eine charmant-provokante Kritik am Kunstmarkt – und gleichzeitig ein Spiel mit unserer eigenen Eitelkeit. In Köln liegen sie wieder da, scheinbar beiläufig, und genau das macht sie so besonders: Man sieht sich selbst darin, wird Teil des Werks – ganz ohne Warteschlange, aber mit erstaunlich viel Wirkung.
  • Die Dachterrasse: Kunst mit Domblick, überdimensionierten bunte Blumen, die fast Karnevalskostüme sein könnten. Mehr Köln geht eigentlich nicht.

Ein kurzer Blick hinter die Punkte

Was ich an Kusama immer wieder faszinierend finde: Hinter all der Ästhetik steckt etwas sehr Existenzielles.
Ihre Arbeit kreist um Unendlichkeit, Auflösung, das Verschwinden im Großen Ganzen – Themen, die plötzlich sehr greifbar werden, wenn man mitten in diesen Räumen steht. Und genau deshalb ist das hier mehr als ein schöner Ausflug. Es ist auch ein Perspektivwechsel.

Mode, Skulptur und Kunst verschmelzen in dieser ikonischen Figur von Yayoi Kusama. Die Ausstellung im Museum Ludwig zeigt eindrucksvoll, wie stark Kusama auch Mode, Performance und Popkultur beeinflusst hat #stylerebelles

Die Ausstellung lohnt sich. Punkt. Auch (oder gerade), wenn man Kusama schon kennt. Auch, wenn man die Ausstellung in Basel schon gesehen hat. Und selbst dann, wenn man eigentlich nur „mal kurz“ ins Museum möchte. Diese Ausstellung macht etwas mit einem und lässt einen nicht so schnell wieder los. Für mich das Schönste, was Kunst kann.

Historische Fotografie von Yayoi Kusama mit einer ihrer frühen, provokanten Mode- und Performancearbeiten. Die große Kusama-Ausstellung im Museum Ludwig zeigt eindrucksvoll, wie eng Kunst, Mode, Körper und Inszenierung bei Kusama verbunden sind – lange bevor ihre Polka Dots weltweit berühmt wurden. Mehr dazu im styleREBELLES-Blogpost

Kusama in Köln 2026: praktische Tipps

  • Tickets unbedingt im Voraus buchen – spontan wird schwierig
  • Wenn möglich: unter der Woche gehen
  • Frühe oder späte Slots wählen (die Mittagszeiten sind am vollsten)
  • Zum Ende der Laufzeit wird es extrem voll, wer flexibel ist, geht jetzt schon und nicht erst im August
  • Zeit einplanen – die Ausstellung ist groß und die Erlebnisse intensiv: man wird langsamer, als man denkt

 

Unbedingt lesen: Ursels Blogpost Yayoi Kusama – die spannendste Ausstellung des Jahres 2026 und: Yayoi Kusama: Auf den Punkt gebracht

Weitere Informationen zur Ausstellung und Tickets: https://www.museum-ludwig.de/de/ausstellungen/yayoi-kusama

Zu Besuch in Köln: Als Frau alleine nach Köln – die besten Insider-Tipps für alleinreisende Frauen in Köln im Sommer

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