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Mein Leben mit grauen Haaren: Die Schönheit des Übergangs

Schöner Artikel im New Yorker online letzte Woche. Über Frauen, die die Pandemie dazu genutzt haben, gezwungenermaßen oder freiwillig, mit dem Haarefärben aufzuhören. Mit Fotos der israelisch-amerikanischen Fotografin Elinor Carucci. Sie zeigt, wie schön Frauen sind, die den Mut aufbringen, zum Prozess des Übergangs von gefärbtem zu ungefärbtem Haar zu stehen. Deshalb geht es heute nach Tanjas tollem Bericht über ihren wunderschönen neuen Haarschnitt noch einmal um Haare.

Auf dem Titelfoto sehen wir Lauren Katzenberg, 35. Sie wurde schon mit 16 grau. Die ersten grauen Haare zupfte sie sich vor dem Spiegel aus. Als sie anfing zu studieren, waren es zu viele geworden, also begann sie zu färben. Das letzte Jahr, das sie gezwungenermaßen zu Hause verbrachte, half ihr dabei, zu schätzen, was sie so lange zu verbergen versucht hatte.

Zu den anderen Frauen, die von Elinor Carucci porträtiert worden sind, zählt Susan Machari, 42. (Alle weiteren Fotos sehen Sie, wenn Sie am Ende des Artikels auf den Link zum New Yorker klicken.) Sie kommt aus Indonesien. In ihrer Kultur, sagt sie, gilt weißes Haar als Stigma. Selbst wenn man nur ein einziges hat, färbt man es. Doch seit Beginn der Pandemie lässt sie ihre grauen Haare zu, als Teil einer größeren Veränderung, die Covid mit sich gebracht hat. „Jetzt geht es nur noch darum, sich mit dem Fluss vertraut zu machen und auf der Welle zu reiten, wohin sie auch geht.“

Pamela Gontha, 47, ließ sich von hinten fotografieren. Ihre Haare wirken wie ein kostbarer Vorhang. Sie färbte sich ihr Haar immer selbst. Damit aufzuhören, sagt sie, sei fast wie eine Sucht aufzugeben. Mittlerweile vermisst sie nichts mehr, vor allem nicht den unangenehmen Geruch der Färbemittel und seine Spuren auf ihrem Kopfkissen.

Sabrina Spencer, 47, ließ sich eine graue Strähne wachsen. Alle weiblichen Mitglieder ihrer Familie seien an derselben Stelle ergraut, hat sie irgendwann festgestellt. Also ließ sie die Strähne zu, als Zeichen der Familienzugehörigkeit.

Munirah Alatas. Khalifa, 80, färbte sich seit 30 Jahren die Haare. Ihre eleganten Gesichtszüge werden nun von einem Silberkranz erleuchtet. Ihr Freund war nicht einverstanden. Es mache sie alt, wandte er ein. Ihre Antwort: Sie sei alt.

Devery Doleman, 48, ließ ihr Haar einmal pro Monat färben. Ihre Koloristin mischte ein halbes Dutzend Farbtöne, um das flammende Rot hinzubekommen. Als sie ihren Salon wegen der Pandemie schließen musste, schickte sie Doleman die Färbemittel nach Hause. Doch sie entschloss sich, eine Strähne nicht zu färben. Sie sagt dazu: „Ich hätte nie zu sehen bekommen, wie es unter der Farbe aussieht, wenn es nicht die erzwungene Unterbrechung gegeben hätte. Es ist wie bei Botanikern, die einen Baum untersuchen und anhand der Jahresringe feststellen können, wie das Jahr verlaufen ist. Mein Haar zeigt: So fühlt sich dieses Jahr an und dies ist, was passiert ist.“

Der Artikel wurde am 4. Juni 2021 im New Yorker online veröffentlicht.

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