Stylerebelles - Drei Bloggerinnen aus drei Dekaden

Audrey Hepburn an der Cote D´Azur

Audrey HepburnNizza in den Sechziger Jahren. Die Schauspielerin hat sich leise und unauffällig aus dem Filmgeschäft zurückgezogen. Sie geht zwar noch auf Premieren und Festivals und lässt sich auf den Modeschauen ihres Freundes Hubert de Givenchy sehen. Doch Rollenangebote lehnt sie schon seit einer Weile ab. Zu wertvoll ist ihr Privatleben mit ihrem zweiten Mann, Andrea Dotti, einem italienischen Psychiater.

Wie früh die Schauspielerin aus dem Filmgeschäft ausgestiegen ist und wie zurückgezogen sie gelebt hat, war mir nicht klar, bis ich die aktuelle Ausgabe des Salon Magazins las. Beim Blättern landete ich bei einem Artikel über sie. Audrey Hepburn hatte früh verstanden, dass das Leben etwas Einmaliges ist, ein großes Wunder, an dem wir partizipieren sollten, anstatt gestresst durchzustolpern. Und ein guter Trick, das Leben nicht zu verpassen, ist Gärtnern. Im Obstgarten ihres Hauses am Genfer See wuchsen Pflaumen, Abate-Birnen, die in Wein geschmort serviert und Äpfel, die zu Saft und Gelee verarbeitet wurden. Dazu ihre heiß geliebten Tomaten. Eine große Menge davon wurde eingefroren oder als Sugo eingekocht. So konnte Audrey ihre Spagetti als pomodoro das ganze Jahr über zubereiten. Sie kaufte auf dem Markt ein, kochte Kompotte und Marmeladen, lud ihre Freunde zum Essen ein und interessierte sich für Bio-Anbau.

Audrey Hepburn ist schon 27 Jahre tot. Dabei hätte sie gut in unsere Zeit gepasst. Ein Lockdown hätte ihr wenig ausgemacht, weil sie ohnehin in einer Art freiwilliger Quarantäne lebte. Bis zu ihrem 40. Lebensjahr hat sie pausenlos gearbeitet. 1953 spielet sie ihre erste Hauptrolle in dem Klassiker „Ein Herz und eine Krone“. Für die Rolle einer Prinzessin, die sich in einen Reporter verliebt und auf dem Motorino mit ihm durch Rom fährt, wurde sie mit einem Oscar ausgezeichnet. Als Holly Golightly in der Verfilmung von Truman Capotes Novelle „Frühstück bei Tiffany“ erlebte sie den Höhepunkt ihrer Karriere Perlencollier, Diadem, Zigarettenspitze, Givenchy Couture, Augenaufschlag, die Welt hatte eine neue Stilikone. Kurze Zeit später brach ihre Ehe mit dem Schauspieler Mel Ferrer auseinander. Sie lernte den Italiener Dotti kennen, wurde Mutter eines Sohnes und pendelte zwischen Rom und ihrem Landhaus am Genfer See.

Aus Holly Golightly wurde eine Hausfrau. Ihr gefiel es. Sie war bescheiden, Konsum interessierte sie nicht. „Schade, dass Menschen meinen, das wäre ein langweiliges Dasein, doch man kann nicht einfach eine Wohnung kaufen, sie einrichten und dann verschwinden. Es sind die Blumen, die man auswählt, die Musik, die man spielt, das Lächeln, mit dem man auf den anderen wartet“, sagte sie und entzog sich der Glitzerwelt. Sie lebte für ihre Familie und für ihr humanitäres Engagement. Bis kurz vor ihrem Tod 1993 reiste sie als Unicef-Sonderbotschafterin in Krisengebiete wie Somalia, Sudan, Bangladesch und Äthiopien und sammelte Spenden.

Auch ihre Zitate machen deutlich, dass sie einer jener seltenen Menschen war, die Kategorien sprengen. Hier spricht eine weltbekannte Schauspielerin, aber sie hat einen ganz eigenen, schlichten und bescheidenen Ton.

  • Wenn man im Mittelpunkt einer Party stehen will, darf man nicht hingehen.
  • Das wichtigste ist, dein Leben zu genießen, glücklich zu sein, das ist alles, was zählt.
  • Nur die einfachen Menschen wissen, was Liebe ist. Schwierige Menschen versuchen so sehr Eindruck zu schinden, dass ihre Geduld nur wenig später ein Ende hat.
  • Je reifer wir werden, desto mehr verstehen wir, dass wir zwei Hände haben: Eine, um uns selbst zu helfen und eine andere, um anderen zu helfen.
  • Mein Leben basiert nicht auf Formeln oder Theorien, sondern auf dem gesunden Menschenverstand.
  • Ich liebe Menschen, die mich zum Lachen bringen. Ich glaube wirklich, dass Lachen meine liebste Beschäftigung ist. Es heilt jede Menge Krankheiten. Vielleicht ist es das überhaupt wichtigste am Menschen.
  • Ich habe so viel mehr vom Leben bekommen, als ich mir je erträumt hatte – keine großen Enttäuschungen oder unerfüllte Hoffnungen : Ich habe nicht viel erwartet, und deshalb bin ich die am wenigsten verbitterte Frau, die ich kenne.
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